Kritische Einführunswochen Uni Leipzig

Eine Initiative von selbstorganisierten Studierenden veranstaltet vom 07.10. bis 18.10. die Kritischen Einführungswochen an der Universität Leipzig. Kommt zahlreich! Wir brauchen wieder Raum für kritisches Denken.

Nächstes Plenum 09/07/ – Unterschriftenliste – Wasserschlacht

  • NÄCHSTES PLENUM findet statt am 09.07. um 17:00 – wir treffen uns vor Raum S110 und gehen dann irgendwo hin …
  • NÄCHSTEN MITTWOCH, 10.07., Wasserschlacht auf dem Campusinnenhof – Räume nehmen – „Doch der Mann in einer heitren Regung fragte noch: ‚Hat er was rausgekriegt?‘ Sprach der Knabe: ‚Daß das Wasser in Bewegung mit der Zeit den harten Stein besiegt. Du verstehst, das Harte unterliegt.‘“
  • Es gibt inzwischen eine Unterschriftenliste – haltet Ausschau oder unterschreibt die Liste online; der Text lautet:

    Ich suche einen Raum, …


    - … der allen Wissenssuchenden und von der Suche Ermüdeten immer frei zugänglich ist.

    - … in dem es keinen Platz für diskriminierende Inhalte oder Verhaltensweisen gibt.
    - … den Ich selbst mitgestalten kann.

    - … in dem Ich nicht einfach nur funktionieren muss.

    - … in dem Ich fragend gemeinsam mit Anderen voranschreiten kann, ohne eine Antwort finden zu müssen.

    - … in dem Ich auch nichts machen kann.
    - … der örtlich an der Uni ist, sich aber nicht in den Unialltag eingliedert.

Besetzung in Bewegung

  • Erst wollten wir die dreiteilige Verfilmung des „Kapitals“ im besetzten Uni-Raum zeigen, dann wurde geräumt.
  • Jetzt zeigen wir die Filme trotzdem.
  • Den ersten Teil am 3.7. im 2ek in der Zweinauendorferstraße 22 um 20 Uhr.
  • Und außerdem fragen wir uns: Wie kann es weitergehen?! Aktion als Reaktion?

Filmreihe: Nachrichten aus der ideologischen Antike von Alexander Kluge
„Nachrichten aus der ideologischen Antike ist keine Verfilmung des „Kapitals“ und ist auch keine Rekonstruktion von Eisensteins größenwahnsinnigem Projekt. Ein in sich geschlossenes, nach allen Seiten zugleich offenes „artistisches Kunstwerk“ ist das Ganze. Als „artistisches Kunstwerk“ hat Karl Marx selbst das „Kapital“ bezeichnet, und als solches nimmt Kluge und nehmen beinahe alle von ihm ausgesuchten Gesprächs-, Gesangs-, Musik- und Denkpartner es ernst. Sie begreifen Marx Wurf als eine Art begehbare Installation.“

Offener Brief an das Rektorat der Universität Leipzig

Liebe Frau Schücking, liebes Rektorat,

Dienstag, als die Besetzenden ihre wöchentliche Versammlung in den besetzten Räumlichkeiten abhalten wollten, war die Tür zu und alle Sachen waren auf den Gang geräumt. Vor dem Hintergrund der vorherigen Absprachen zwischen Ihnen und den Besetzenden ist die Räumung unerwartet und ungerechtfertigt.

Seit Jahren äußern Studierende ihren Unmut über die Entwicklung der Universität Leipzig zu einer Wissensfabrik. Dieses Jahr drückte sich der Unmut in der Besetzung der Seminarräume S110 und S111 Ende April aus. Anlass war die Solidaritätsbekundung mit den geräumten Besetzenden des Instituts für vergleichende Irrelevanz an der Universität Frankfurt und das dadurch wiedererstarkende Bedürfnis nach selbstverwalteten Räumen. Seitdem wurde der Raum sowohl vielfältig als auch regelmäßig genutzt und von allen gemeinschaftlich gestaltet. Das bestätigt das Bedürfnis nach einem selbstverwalteten Raum an der Universität Leipzig.

Die Besetzenden haben mit Ihnen am 24.05.2013 über die Forderungen der Besetzung gesprochen. Die zentrale Forderung ist nach wie vor ein Raum, …
* … der allen Wissenssuchenden und von der Suche ermüdeten immer frei zugänglich ist.
* … in dem es keinen Platz für diskriminierende Inhalte oder Verhaltensweisen gibt.
* … den jede*r mitgestalten kann.
* … in dem jede*r nicht einfach nur funktonieren muss.
* … in dem jede*r fragend gemeinsam mit Anderen voranschreiten kann, ohne eine Antwort finden zu müssen.
* … in dem jede*r auch mal nichts machen kann.
* … der örtlich an der Uni ist, sich aber nicht in den Unialltag eingliedert.

In diesem Gespräch haben Sie zugesichert, dass Sie zumindest teilweise auf die Forderungen der Besetzung eingehen wollen. Dies beinhaltete zeitnahe Kontaktaufnahme von Ihrer Seite mit weiteren Raumvorschlägen. Außerdem haben Sie geäußert, dass Sie ein Interesse an einer nicht-konfrontativen Lösung der Situation haben.

Keine dieser Absprachen haben Sie eingehalten. Ihre Raumvorschläge sind keine ernstzunehmenden Alternativen – Mensa am Park oder Cafeteria im GWZ können in keiner Weise einen selbstverwalteten Raum darstellen. Das wurde Ihnen bereits in erwähntem Gespräch auseinandergesetzt. Ihr einziger Kontakversuch nach dem Gespräch, nämlich Dienstag in den frühen Morgenstunden, hatte bloß die Ankündigung der Räumung zum Inhalt, die kaum zehn Stunden später umgesetzt wurde. Diese Vorgehensweise zeigt, dass Sie das Anliegen der Besetzung entweder nicht ernstnehmen oder nicht verstanden haben. Darüber sind wir enttäuscht und hätten erwartet, dass unsere Ausführungen auch in Ihrem Sinne als Zeichen aktiver studentischer Teilhabe positiv gewertet werden würden.

Für uns steht fest: solange das Anliegen der Besetzung besteht, wird es auch weiterhin Bewegung geben. Räume könnt ihr nehmen, aber nicht die Kräfte, die sie schufen.

Mit freundlichen Grüßen

HITZIGE DEBATTEN

Aber nur wettermäßig – inhaltlich haben wir folgende Einigungen erzielt:

  • es wird im Juli eine dreiteilige Filmreihe geben – gezeigt wird „Nachrichten aus der ideologischen Antike. Marx – Eisenstein – Das Kapital“ von Alexander Kluge, plus Getränke und Solikasse – Daten sind der 03.07., 10.07. und 17.07.
  • am Dienstag wurden die ehemaligen Räumlichkeiten der Theologischen Fakultät in der Otto-Schill-Straße 2 angeschaut – es werden jetzt Nachforschungen dazu angestellt, ob die noch der Uni gehören bzw. welche Räumlichkeiten es noch gibt (Raumplan, FSR & StuRa ansprechen)
    -> wenn die Räumlichkeiten noch der Uni gehören, soll es eine Mail an Frau Schücking geben
  • es wird eine Unterschriftenliste geben, die zweierlei Zweck haben soll: erstens evtl. die Verhandlungsbasis gegenüber Frau Schücking (Rektorin) stärken, aber vor allem zweitens Studierende darauf aufmerksam machen, dass es die Besetzung noch gibt und was so die Idee dahinter ist (Text der Unterschriftenliste unten)
    -> die Unterschriftenliste wird als Spalten nur Name und Unterschrift enthalten – es gab beim letzten Plenum eine lange Diskussion darüber, ob noch eine Spalte „Universitätsangehörige*r Ja/Nein“ hinzugefügt werden sollte – wer wissen möchte, warum wir uns dagegen entschieden haben, kann gerne auf dem nächsten Plenum am 25.06. nochmal nachfragen
  • -> Design und Druck der Unterschriftenliste (erstmal 50 Stück) wurde delegiert

  • es soll zur Unterschriftenliste auch eine Liste geben, wo Menschen ihre Mailadressen eintragen können (wurde delegiert)
  • es soll einen Diskussionsvorschlag für einen Flyer geben, der mit der Unterschriftenleiste verteilt werden kann und vorstellt, wie ein selbstverwalteter Raum aussehen könnte; darauf auch Info zum Emailverteiler und wöchentlichen Plenum (wurde delegiert)
  • Email und Blog wurden für nächste Woche delegiert
  • Text für die Unterschriftenliste

    Du suchst einen Raum, …
    - … der allen Wissenssuchenden und von der Suche Ermüdeten immer frei zugänglich ist.
    - … in dem es keinen Platz für diskriminierende Inhalte oder Verhaltensweisen gibt.
    - … den Du selbst mitgestalten kannst.
    - … in dem Du nicht einfach nur funktonieren musst.
    - … in dem Du fragend gemeinsam mit Anderen voranschreiten kannst, ohne eine Antwort finden zu müssen.
    - … in dem Du auch nichts machen kannst.
    - … der örtlich an der Uni ist, sich aber nicht in den Unialltag eingliedert.